Aktueller Holzmarkt
Rundholzverkauf ist Vertrauenssache und wir als Dienstleister bieten Ihnen genau die Leistungen, die Sie benötigen.
Unsere Leistungen im Überblick:
- Beratung
- Organisation und Betreuung Ihres Holzeinschlags
- Holzvermarktung
- Transparente und nachvollziehbare Abwicklung
Holzmarktbericht April 2026
Steigende Rundholzpreise, fallende Schnittholzerlöse, wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheit, Sturmereignis in Skandinavien
Das Rundholzangebot war zum Ende des Jahres 2025 knapp. Wenig Holz aus den bekannten Schadgebieten, die nasse Witterung in den Einschlagsgebieten im gesamten Voralpenland sowie die verstärkte Rundholznachfrage aus Nordbayern verstärkten diesen Trend. Die Folge waren Preiserhöhungen in sehr kurzen Abständen. Im Vergleich zum Dezember 2025 stiegen die Holzpreise um etwa 30% und viele Waldbauern nutzten die folgende, günstige Witterung mit z.T. starkem Frost für den Holzeinschlag.
Da die Rundholzlager im Dezember 2025 fast leer waren, erfolgte die Abfuhr vom Rundholz an der Waldstraße sehr schnell. Allerdings änderte sich das Bild durch die enormen Holzmengen, die v.a. der private Waldbesitz in kurzer Zeit an die Waldstraße lieferte. Mittlerweile sind die Rundholzlager der Sägewerke wieder gut gefüllt. Darauf wurde mit Anfuhrkontingentierungen und sogar Anfuhrsperren reagiert. Die Holzabfuhr geriet im Laufe des Februars ins Stocken, der sogenannte „Bauernbuckel“ wuchs. Diese Mengen bauen sich jetzt nach und nach ab.
Die Auftragslage in der Bauwirtschaft ist weiterhin sehr zurückhaltend. Aus den Kalamitätsgebieten in Skandinavien werden große Holzmengen erwartet, die auf dem Schnittholzmarkt zu Verwerfungen führen. Auch die geopolitischen Unsicherheiten nehmen derzeit weiter zu. Der Nahostkonflikt führt zu explosionsartigen Preissteigerungen in der Energiewirtschaft, die anhaltende Zolldiskussion und die Blockade von wichtigen Handelswegen erschweren den Export und lassen wenig Spielraum für steigende Schnittholzpreise.
Aktuell reagieren die ersten Sägewerke mit leichten Preisrücknahmen beim Rundholz.
Entscheidend für das Preisniveau in den folgenden Monaten ist die Versorgungslage der Sägewerke:
Sollte es in den nächsten Monaten zu Engpässen in der Versorgung der Sägewerke kommen, sind Preissteigerungen nicht ausgeschlossen.
Bleiben die Energiepreise aber derart hoch und lassen Kalamitäten das Rundholzangebot weiterhin steigen, müssen wir mit weiteren, deutlichen Preisrücknahmen rechnen.
Fichten-/Tannen-Kurzholz (i.d.R. 4,10 m und 5,10 m):
Sehr gute Nachfrage, derzeit eher schleppende Abfuhr. Bitte sprechen Sie vor der Aufarbeitung mit dem zuständigen Holzvermittler!
Fichten-Langholz (i.d.R. 16-20 m oder 16-18 m zzgl. Zumaß):
Die Nachfrage ist derzeit gering, es können aber weiterhin Mengen vermarktet werden. Bei Interesse bitten wir um kurzfristige Absprache mit Ihrem WBV-Holzvermittler.
Sägerestholz und Waldrestholz (Hackschnitzel):
Nach wie vor Krise beim Sägerestholz! Die schlechte Versorgung der Spanplattenindustrie durch die Bauwirtschaft (wenig Altholz) sowie durch zu wenig Sägerestholz der Großsägewerke führte zu sinkenden Lagerbeständen in der Plattenindustrie und somit zu steigenden Preisen für die Rundholzlieferanten.
Der Hackschnitzelabsatz geht aufgrund des ausgehenden Winters zurück. Größere Mengen werden wieder verstärkt auf Lager gefahren. Einzelne Abnehmer haben bereits mit Preisrücknahmen reagiert.
Brennholz:
Die Nachfrage nach Brennholz ist gebietsweise unterschiedlich. Das Überangebot der letzten Jahre hat sich verringert. Zum Vergleich finden Sie eine Liste mit Orientierungspreisen für ofenfertiges Brennholz auf unserer Homepage unter https://wbv-rosenheim.de/holzmarkt
Laubstammholz:
Der Wintereinschlag 2025/2026 ist beendet. Laubholz soll nur außerhalb der Saftzeit gearbeitet werden. Bitte verschieben Sie geplante Einschläge auf den Herbst/Winter.
Aussichten:
Aufgrund der schwer einschätzbaren Holzmarktlage ist es umso wichtiger, die Preise und Aushaltungen rechtzeitig in der Geschäftsstelle oder bei Ihrem zuständigen Holzvermittler abzufragen und Mengen zeitnah anzumelden.
Michael Heffner, Geschäftsführer

Holzexport
Noch im Jahr 2020 hatten wir bundesweit ein massives Überangebot von kalamitätsbedingtem Rundholz auf dem Markt, welches nicht abgesetzt werden konnte.
Dieses Überangebot hatte auch negative Konsequenzen auf die Regionen, die außerhalb der großen Schadgebiete lagen. Der „normale“ Holzmarkt war quasi zusammengebrochen. Dass sich unser Holzmarkt so schnell erholt hat, ist auch dem Export zu verdanken.
Schon immer wurde ein Teil des Rund-und Schnittholzes, welches in Bayern anfällt und produziert wird, in andere Länder exportiert. Der Holzexport ist für den Waldbesitz und die Holzindustrie unverzichtbar.
Insbesondere bei hohen Kalamitätsholzanfällen ist der Export von Holz wichtig geworden. Ohne diesen Export hätten wir in Deutschland die letzten Jahre ein erhebliches „Kalamitätsholzentsorgungsproblem“ gehabt. Das Holz würde in unseren Wäldern „vergammeln“, durch die Holzatmung Kohlenstoff in die Atmosphäre abgeben und damit die CO2-Problematik verschärfen sowie ein zusätzliches Waldschutzproblem verursachen.
„Holz der kurzen Wege“
Das Ziel der WBV Rosenheim ist es, v.a. den regionalen Markt zu bedienen. Aus o.g. Gründen kann aber auch der internationale Absatz seine Berechtigung haben.

Laubholz
Generell gilt, Laubholz ist ein Saisonprodukt. Es darf nur außerhalb der Saftzeit, also
vom Spätherbst bis zum ausgehenden Winter geschlagen werden. Die Käufer nehmen
i.d.R. kein im Saft geschlagenes Holz ab!
Laubholzverkauf ab Waldstraße
Neben der Submission haben Sie auch die Möglichkeit, Ihr Stammholz ab Waldstraße verkaufen zu lassen. Diese Verkaufsart bietet sich in folgenden Fällen an:
– Für durchschnittliche bzw. schlechtere Qualitäten kann die Vermarktung vor Ort die bessere Alternative sein. Gleiches gilt auch für die Hölzer, die momentan nicht so gefragt sind, wie z.B. die Buche.
-Wenn Sie den Zeitraum zur Meldung bei der Submission nicht einhalten können, kann das anfallende Laubholz auch später noch vermarktet werden. Trotzdem gilt: Je früher der Zeitpunkt der Vermarktung innerhalb der Saison, desto besser ist Laubstammholz abzusetzen.
Bitte bedenken Sie, dass vor Ort verkaufte Hölzer so gelagert werden sollten, dass sie gegebenenfalls auch länger liegen bleiben können. Die Abfuhr kann sich erfahrungsgemäß z.T. bis ins Frühjahr hineinziehen.
Welche Baumarten wie zu vermarkten und wie abzulängen sind, besprechen Sie bitte mit Ihrem Holzvermittler.
Michael Heffner, Geschäftsführer


Empfohlene Mindestpreise
Folgende Mindestpreise für ofenfertiges Brennholz sollen als Orientierung dienen und sind nicht verbindlich:
| Holzart | Länge | 1 Ster Brennholz ersetzt ca. Heizöl in ltr. | |||
| 1 m | 50 cm | 33 cm | 25 cm | ||
| Buche | 130 € | 140 € | 150 € | 160 € | 190 |
| Eiche / Ahorn / Esche | 120 € | 130 € | 140 € | 150 € | 190 |
| Sonst. Laubholz (z.B. Erle,Linde) | 100 € | 110 € | 120 € | 130 € | 170 |
| Nadelholz | 90 € | 100 € | 110 € | 120 € | 130 |
Maßeinheiten
Scheitholz wird in den unterschiedlichsten Verkaufsmaßen angeboten, wobei der Raummeter (Ster) am häufigsten verwendet wird.
Festmeter (fm): 1m x 1m x 1m reines Holz ohne Hohlräume
Raummeter (Ster): 1m x 1m x 1m lose geschichtetes Holz mit Hohlräumen (=Grundpreis)
Schüttraummeter (SRm): 1m x 1m x 1m lose geschüttetes Holz mit Hohlräumen
1 Festmeter (m³) = ca. 1,4 Raummeter (Ster) Scheitholz
Wird das Holz kleingeschnitten (33cm oder 25cm), und „ordentlich“ gestapelt entsteht durch die engere Schichtung ein Maßverlust. Gleiche Holzmenge benötigt weniger Raum. Man spricht von Stückholz.
1 Raummeter Stückholz 33cm = ca. 0,8 Raummeter (Ster)
1 Schüttraummeter Stückholz = ca. 0,7 Raummeter Scheitholz