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Das Rosenheimer Modell - eine Empfehlung zur Gestaltung von Jagdpachtverträgen

Die Aufgaben und Pflichten der Jagdgenossenschaften gewinnen an Bedeutung Der Name Jagdgenossenschaft könnte vermuten lassen, dass die „Genossen“ selbst die Jagd ausüben. In Einzelfällen mag dies bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen auch zutreffen. Die Jagdgenossenschaft hat es aber im Allgemeinen mit einem Jagdpächter zu tun, dem sie ihr Jagdausübungsrecht verpachtet hat.

Die Jagdgenossen sind also Grundeigentümer, die in einer Genossenschaft zusammengeschlossen sind mit dem gesetzlichen Auftrag, u. a. für die Sicherstellung der berichtigten Ansprüche der Land- und Forstwirtschaft auf Schutz gegen Wildschäden zu sorgen. Sie unterliegt der behördlichen Aufsicht, die von der Unteren Jagdbehörde beim Landratsamt wahrgenommen wird.

Der Lebensraum für unser Wild ist hauptsächlich der Wald. Das Wild ist also Bestandteil des Waldes. Wald muss vor Wild gehen, so wie es auch vom Bayerischen Landtag beschlossen wurde. Dies bedeutet, dass jede Jagdgenossenschaft eine sehr große Verantwortung hat, denn mit der Lebensgrundlage „Wald“ schaut es vielerorts nicht zum Besten aus. So liegt es insbesondere auch in den Händen der Jagdgenossen, für eine Wildregulierung zu sorgen, bei der sich der Wildbestand zum Wald verträglich gestaltet. Eine entscheidende Hilfe für das Einpendeln eines solchen Gleichgewichts ist das Vegetationsgutachten, das über den Verjüngungszustand unserer Wälder Auskunft gibt. Bei der Umsetzung der Forderungen aus dem Vegetationsgutachten nehmen die Jagdgenossenschaft und der Jagdbeirat beim Landratsamt eine wichtige Position ein. Vor allem bei der Durchsetzung eines waldverträglichen Wildverbisses und des Schutzes von Minderheiten innerhalb der einzelnen Reviere trägt die Jagdgenossenschaft eine hohe Verantwortung.

Jagdgenossenschaft, Jagdbeirat, Jagdbehörde und Jagdpächter tragen durch ihre gemeinsame Arbeit dazu bei, dass der Wald seine vielfältigen Funktionen erfüllen kann. Für die Waldbesitzer und Jäger des Landkreises Rosenheim war es ein Anliegen, einen gangbaren Weg zu finden, der mithilft, den Wald in seiner Vielfältigkeit zu erhalten. Das Ergebnis ist das sog. „Rosenheimer Modell“. Ziel dieses Modells ist es, die Waldschäden auf ein erträgliches Maß zurückzuführen. Dazu dienen insbesondere die vereinbarten Entschädigungssätze für Wildschäden. Sie geben dem einzelnen Waldbesitzer die Möglichkeit, den auf seiner Parzelle eingetretenen Wildschaden ohne langwierige Feststellungs- und Schlichtungsverfahren sofort und direkt beim Jagdpächter einzufordern.

Wir meinen, dass die hier gefundene Regelung in jeden Pachtvertrag gehört. Auch dafür ist die Jagdgenossenschaft verantwortlich.

Martin Kurz, Max Lochner Sprecher der Jagdvorsteher

 

Ausführlicher Bericht zum Rosenheimer Modell