Borkenkäfer-Gefahr!
WICHTIG: Über den Herbst/Winter das restliche Käferholz aufarbeiten
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WBV - Nr. IV/2017 [weiterlesen]

Wald wertvoll bewirtschaften

Der Wald ist eine feste Größe in unseren bäuerlichen Familien. Mehr als drei Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern pflegen und nutzen seit Generationen eigene Wälder. Der Wald hatte über die Holzerzeugung, aber auch über seine multikulturellen Leistungen stets den Bedürfnissen der Menschen zu dienen. Das gilt besonders für den Privatwald, von dessen Ertrag schließlich die Existenz vieler Besitzer und der Fortbestand gepflegter Wälder abhängt.

Derzeit prägen die Finanz- und Wirtschaftskrise die Schlagzeilen der Medien. Rückläufige Investitionen in der Bauwirtschaft Deutschlands und weltweit belasten unsere Kunden, die Säger und die gesamte Holzwirtschaft. Auch die Waldbesitzer und Landwirte in vielen Produktionszweigen haben mit schmerzhaften Ertragseinbußen zu kämpfen. Der ein oder andere stellt sich vielleicht derzeit die Frage, ob er kurzfristig seinen Wald intensiver oder gar auf einmal nutzen soll, um vorhandene Defizite auszugleichen, schließlich habe der Wald schon immer als Sparkasse und Rettungsanker in schlechten Zeiten gedient.

Bei der Entscheidungsfindung sollten jedoch nicht nur die kurzfristig zu erzielenden Erlöse in die betrieblichen Kalkulationen einbezogen werden. Zinsen in Form des Holzzuwachses können nicht geerntet werden, wenn das Vermögen in Form zuwachskräftiger Bäume fehlt. Allerdings ist es sinnvoll, die Zinsen auch abzuschöpfen, indem der Zuwachs genutzt wird und die Bestände zu verjüngen, die in ihrer Ertragskraft nachlassen. Dies ist auch im Interesse einer verlässlichen Kundenpflege. Jede gezielte Pflegemaßnahme erhöht den Waldwert durch mehr Stabilität und Vitalität der verbliebenen Bäume. Der Aufbau strukturreicher, stabiler Mischwälder aus Fichte, Buche, Tanne, Bergahorn und anderen wertvollen Baumarten benötigt die Sorgfalt und das Herzblut mehrerer Familiengenerationen. Die vorhandenen Mischwälder gilt es deshalb zu pflegen und neue aufzubauen, weil sie das für die Bewältigung des Klimawandels notwendige Kapital sind, mit denen das betriebliche Risiko gestreut werden kann.

Erfolgreiche Forstwirtschaft benötigt langfristige Strategien. Waldbaulich Entscheidungen wirken sich im Wald aufgrund der langen Produktionszeiträume über viele Jahre aus und sollten deshalb in guten wie schlechten wirtschaftlichen Zeiten stets sorgfältig überlegt sein. Wer sich in seinen Entscheidungen nicht sicher ist, sollte die Beratungs- und Fortbildungsangebote der Bay. Waldbauernschule, sowie die Möglichkeit einer Beratung durch unser Fachpersonal und die Mitarbeiter der Waldbesitzervereinigung nutzen.